Laufanalyse: Was sie zeigt und wem sie hilft

Läufer auf dem Laufband im Kineo Runners Lab, eine Mitarbeiterin filmt ihn mit einem Tablet
Inhaltsverzeichnis

Von Andrina Kümin, Physiotherapeutin bei Kineo Seefeld

Wie läufst du eigentlich?

Die meisten Läufer:innen haben keine Ahnung, wie sie laufen. Man spürt den eigenen Laufstil von innen, aber man sieht ihn nicht. Erst auf einem Video fällt auf, dass der Fuss weit vor dem Körper aufsetzt, ein Knie nach innen kippt oder das Becken auf einer Seite absinkt.

Eine Laufanalyse macht diese Dinge sichtbar. Sie hilft bei Schmerzen, bei der Schuhwahl und wenn du effizienter laufen möchtest. Sie ist aber kein Zaubertrick und ersetzt keine Untersuchung. In diesem Artikel erfährst du, was eine Laufanalyse zeigen kann, wo ihre Grenzen liegen und wem sie wirklich etwas bringt.

Was bei einer Laufanalyse passiert

Du läufst in deinem gewohnten Tempo auf dem Laufband. Dein Laufstil wird mit Video aufgenommen und am Bildschirm ausgewertet, von der Seite und von hinten, oft in Zeitlupe. So lassen sich Bewegungen erkennen, die mit blossem Auge zu schnell ablaufen. Im Kineo Runners Lab arbeiten wir dafür mit der Currex 5D Laufanalyse.

Wichtig ist eine kurze Aufwärmphase. Die ersten Minuten auf dem Laufband sind oft ungewohnt, der Laufstil wird erst nach einer Eingewöhnung repräsentativ.

Läufer auf dem Laufband mit Schriftzug Kineo Runners Lab, eine Mitarbeiterin im schwarzen Shirt filmt ihn mit einem Tablet
Auf dem Laufband filmen wir deinen Laufstil, um ihn danach in Zeitlupe auszuwerten.

Was die Analyse zeigen kann

  • Fussaufsatz: Landest du eher auf der Ferse, dem Mittelfuss oder dem Vorfuss? Keine Variante ist grundsätzlich richtig, aber sie verteilt die Belastung unterschiedlich auf Knie, Wade und Achillessehne.
  • Overstriding: Setzt der Fuss weit vor dem Körperschwerpunkt auf, mit fast gestrecktem Knie? Das bremst bei jedem Schritt und erhöht die Belastung für Knie und Schienbein.
  • Schrittfrequenz: Wie viele Schritte machst du pro Minute? Eine eher tiefe Frequenz geht oft mit langen Schritten und Overstriding einher.
  • Knieachse: Kippt das Knie beim Landen nach innen? Fachleute sprechen von einem dynamischen Knie-Valgus. Er kann mit Knieschmerzen vorne am Knie in Verbindung stehen.
  • Beckenstabilität: Sinkt das Becken auf der Seite des Schwungbeins deutlich ab, deutet das oft auf eine schwache seitliche Hüftmuskulatur hin.
  • Pronation: Wie stark rollt der Fuss nach innen ab? Pronation ist eine normale, dämpfende Bewegung. Problematisch wird sie eher, wenn sie stark ausgeprägt ist und Beschwerden dazukommen.
  • Oberkörper und Arme: Rotation, Vorlage, Armführung und Seitenunterschiede

Was eine Laufanalyse nicht kann

  • Keine Diagnose: Ein auffälliger Laufstil erklärt Schmerzen nicht automatisch. Viele Menschen laufen «unschön» und sind beschwerdefrei.
  • Momentaufnahme: Auf dem Laufband läufst du etwas anders als draussen, und nach 25 Kilometern anders als nach zwei.
  • Keine Ideallinie: Es gibt nicht den einen richtigen Laufstil. Ziel ist ein Stil, der zu deinem Körper und deinen Zielen passt.
  • Keine Kraftmessung: Ob eine Auffälligkeit von Kraft, Beweglichkeit oder Gewohnheit kommt, zeigt erst eine körperliche Untersuchung.

Wem eine Laufanalyse etwas bringt

  • Läufer:innen mit Beschwerden wie Läuferknie, Schienbeinkantensyndrom, Achillessehnen- oder Fersenschmerzen, kombiniert mit einer physiotherapeutischen Untersuchung
  • Wiedereinsteiger:innen nach einer Verletzung, um zu sehen, ob sich ein Schonmuster eingeschlichen hat
  • Schuhwahl: Die Analyse hilft, Schuhe zu finden, die zu deinem Laufstil und deinen Füssen passen.
  • Ambitionierte Läufer:innen, die vor einem Marathon oder Halbmarathon an Technik und Effizienz arbeiten wollen
  • Einsteiger:innen, die von Anfang an mit einem sinnvollen Schuh und einem guten Gefühl starten möchten

So nutzen wir die Laufanalyse bei Kineo

Bei Beschwerden kombinieren wir die Laufanalyse mit einer physiotherapeutischen Untersuchung in der Runners Physio. So verbinden wir das, was wir beim Laufen sehen, mit dem, was dein Körper leisten kann.

1. Unser Check vor und nach dem Laufband

  • Gespräch: Trainingsumfang, Steigerungen der letzten Wochen, Schuhe, frühere Verletzungen und deine Ziele
  • Kraft: Einbeinige Kniebeuge, Wadenheben auf einem Bein bis zur Ermüdung und Kraft der seitlichen Hüftmuskulatur
  • Stabilität: Einbeinstand und Y-Balance-Test, um Seitenunterschiede zu erkennen
  • Beweglichkeit: Sprunggelenk im Knie-zur-Wand-Test, Hüftstreckung und Grosszehe
  • Videoanalyse: Laufen auf dem Laufband, Auswertung von Fussaufsatz, Knieachse, Becken und Schrittfrequenz

2. So bauen wir dein Training auf

  • Woche 1–2: Belastung anpassen. Umfang oder Tempo vorübergehend reduzieren, schmerzfreie Läufe beibehalten
  • Woche 2–6: Kraft gezielt aufbauen. Zum Beispiel Wadenheben, Ausfallschritte und seitliche Hüftübungen, zwei- bis dreimal pro Woche, 3 x 8–12 Wiederholungen
  • Woche 3–8: Laufstil anpassen. Wenn sinnvoll, kleine Änderungen wie eine etwas höhere Schrittfrequenz, eine Veränderung nach der anderen
  • Kontrolle: Eine erneute Analyse zeigt, ob sich die Änderungen im Laufstil gefestigt haben.

3. Diese Kineo-Leistungen setzen wir gezielt ein

Mitarbeiterin im schwarzen Kineo-Shirt erklärt einem Kunden die Auswertung der Laufanalyse am Monitor, im Vordergrund das Display des Laufbands
Die Auswertung besprechen wir direkt am Bildschirm, damit du deinen Laufstil verstehst.

Aus unserer Praxis

Viele Läufer:innen kommen mit der Erwartung, nach der Analyse den perfekten Schuh zu bekommen, und alles ist gelöst. Oft zeigt sich aber, dass Schuh, Kraft und Trainingsaufbau zusammenpassen müssen. Wer zum Beispiel stark overstridet und zu schnell den Umfang gesteigert hat, profitiert meist mehr von kleinen Anpassungen im Training als von einem neuen Schuh allein.

Laufanalyse und Runners Physio unter einem Dach

Bei Kineo Seefeld an der Seefeldstrasse 83, Haltestelle Feldeggstrasse mit Tram 2 und 4, findest du im Erdgeschoss das Kineo Runners Lab mit Laufschuhen und Currex 5D Laufanalyse. Im 1. Stock ist die Physiotherapie mit Runners Physio. Im gleichen Haus misst das Kineo Performance Lab deine Ausdauerleistung, zum Beispiel mit einem Laktatstufentest für CHF 200. Mehr zum Standort auf der Seite von Kineo Seefeld.

Häufige Fragen

Brauche ich als Hobbyläufer:in eine Laufanalyse?

Nicht zwingend. Sie lohnt sich vor allem bei wiederkehrenden Beschwerden, beim Schuhkauf oder wenn du gezielt an deinem Laufstil arbeiten möchtest.

Was soll ich zur Laufanalyse mitbringen?

Sportbekleidung, in der du normal läufst, und deine aktuellen Laufschuhe. Abgelaufene Sohlen verraten uns ebenfalls viel über deinen Laufstil.

Was ist der Unterschied zwischen Laufanalyse und Runners Physio?

Die Laufanalyse zeigt, wie du läufst. In der Runners Physio untersuchen wir zusätzlich, warum, und behandeln Beschwerden gezielt. Ein Termin in der Physiotherapie dauert 30 Minuten.

Übernimmt die Krankenkasse die Physiotherapie?

Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die Grundversicherung deiner Krankenkasse die Kosten. Kineo ist bei allen Krankenkassen anerkannt.

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