Golferarm (Epicondylitis medialis) – Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens verstehen und wirksam behandeln
Allgemeines zum Golferarm - Was ist ein Golferarm?
Der Golferarm, medizinisch Epicondylitis medialis, ist eine schmerzhafte Überlastungsreaktion der Sehnen an der Innenseite des Ellenbogens. Betroffen ist der gemeinsame Sehnenansatz der Unterarmbeuger am inneren Knochenvorsprung – dem Epicondylus medialis.
Trotz des Namens sind die wenigsten Betroffenen Golfspieler. Viel häufiger entsteht ein Golferarm durch wiederholte Belastungen im Alltag oder Beruf: langes Arbeiten am Computer, handwerkliche Tätigkeiten, Tragen, Greifen, Schrauben, Heben oder sportliche Aktivitäten mit hoher Beanspruchung der Unterarmmuskulatur.
Im Unterschied zum bekannteren Tennisarm (Außenseite des Ellenbogens) liegt der Schmerz hier innen am Ellenbogen. Der Verlauf ist meist schleichend: Viele kleine Mikroüberlastungen führen über Wochen oder Monate zu einer gereizten, schlecht belastbaren Sehne.
Wichtig zu wissen: Es handelt sich nicht primär um eine Entzündung, sondern um eine Überlastungsreaktion des Sehnengewebes mit verminderter Belastbarkeit.

Ursachen und Risikofaktoren
Ein Golferarm entsteht fast nie „plötzlich“, sondern ist das Ergebnis einer Überforderung der Sehne über längere Zeit.
Typische Auslöser sind:
- Wiederholte Beugung im Handgelenk gegen Widerstand
- Häufiges kräftiges Greifen
- Drehbewegungen des Unterarms (z. B. Schrauben, Werkzeuggebrauch)
- Intensive Maus- und Tastaturnutzung
- Sportarten wie Golf, Klettern, Rudern, Krafttraining, Baseball
Beim Golf ist besonders der Moment kritisch, wenn der Schläger auf den Boden trifft – die Stoßbelastung trifft direkt die Unterarmbeuger.
Weitere Risikofaktoren:
- Fehlende Pausen bei repetitiven Tätigkeiten
- Ungünstige Ergonomie am Arbeitsplatz
- Schwäche oder mangelnde Koordination in Schulter und Rumpf
- Eingeschränkte Beweglichkeit in Handgelenk, Ellenbogen oder Schulter
- Mit zunehmendem Alter geringere Anpassungsfähigkeit des Sehnengewebes
- Reizung des Nervus ulnaris oder Probleme aus der Halswirbelsäule, die ähnliche Symptome verstärken können
Der Ellenbogen ist dabei häufig nicht die eigentliche Ursache, sondern das „Opfer“ einer ungünstigen Belastungskette.
Symptome und typischer Verlauf
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam.
Typisch sind:
- Druckschmerz am inneren Ellenbogen
- Ausstrahlung in den Unterarm bis zur Handinnenseite
- Schmerzen beim Greifen, Heben, Schrauben oder Tragen
- Morgendliche Steifigkeit
- Kraftverlust im Griff (z. B. Flasche öffnen, Tasse halten)
- Schmerzverstärkung bei Beugung des Handgelenks gegen Widerstand
Viele Betroffene berichten:
„Eigentlich sind es ganz normale Alltagsbewegungen, die plötzlich nicht mehr gehen.“
Ohne gezielte Maßnahmen kann sich der Golferarm über Monate oder Jahre festsetzen.

Was kannst du selbst tun?
Sofortmaßnahmen bei ersten Beschwerden
Frühes Reagieren verhindert Chronifizierung.
- Belastungen reduzieren, aber den Arm nicht ruhigstellen
- Bewegungen im schmerzfreien Bereich beibehalten
- In der akuten Phase 10–15 Minuten kühlen (Tuch dazwischen)
- Später kann Wärme angenehm sein
- Eine Unterarmbandage (ca. 5 cm unterhalb des Ellenbogens) kann bei Belastung entlasten
Effektive Dehn- und Kräftigungsübungen
Dehnung der Unterarmbeuger
Arm strecken, Handfläche nach oben. Mit der anderen Hand die Finger Richtung Boden ziehen, bis eine Dehnung spürbar ist.
30 Sekunden halten, 3× täglich.
Exzentrisches Training (sehr wichtig für die Sehne)
Mit leichter Hantel oder Wasserflasche:
- Handgelenk mit der gesunden Hand nach oben bringen
- Langsam mit der betroffenen Hand absenken (3–4 Sekunden)
3 Sätze à 15 Wiederholungen, täglich.
Greifübungen mit Ball oder Therapieknete
Druck 3–5 Sekunden halten, 10–15 Wiederholungen.
Wichtig: leichter Schmerz ist erlaubt, starke Schmerzen nicht.
Anpassung deiner Aktivitäten
- Dickere Griffe bei Werkzeugen nutzen
- Maus/Tastatur ergonomisch anpassen
- Häufige kurze Pausen einbauen
- Technik im Sport überprüfen (v. a. Golf, Klettern, Krafttraining)
- Nicht dauerhaft verkrampft greifen
Selbstmassage
- Mit dem Daumen vom Handgelenk Richtung Ellenbogen ausstreichen
- Faszienball für Unterarm, aber auch Schulter und Oberarm nutzen
- 20–30 Sekunden auf empfindlichen Punkten verweilen
Wann solltest du professionelle Hilfe suchen?
- Beschwerden länger als 2–3 Wochen
- Zunehmende Schmerzen trotz Schonung
- Taubheit oder Kribbeln in Fingern
- Starke Kraftminderung
- Nächtliche Schmerzen
Was macht KINEO Physiotherapie bei einem Golferarm?
Präzise Ursachenanalyse statt nur Ellenbogen behandeln
Wir untersuchen nicht nur den Schmerzpunkt, sondern die gesamte Bewegungskette:
Hand – Ellenbogen – Schulter – Halswirbelsäule.
Dabei analysieren wir:
- Bewegungsmuster im Alltag und Sport
- Belastungsverhalten der Unterarmmuskulatur
- Nervenmobilität (v. a. Nervus ulnaris)
- Gelenkmechanik von Handgelenk und proximalem Radioulnargelenk
So finden wir die echten Auslöser, nicht nur die Symptome.
Manuelle Therapie und gezielte Techniken
- Mobilisation von Ellenbogen, Handgelenk und Radioulnargelenk
- Triggerpunktbehandlung der Unterarmbeuger
- Neuromobilisation bei Nervenbeteiligung
Evidenzbasierte physikalische Maßnahmen (bei Bedarf)
- Stoßwellentherapie bei chronischen Verläufen
- Dry Needling bei hartnäckigen Muskelspannungen
- Kinesio-Taping zur Entlastung
- Kryotherapie je nach Reizzustand

Individuelles Rehabilitationsprogramm
Der Kern der Therapie ist progressives Training:
- Isometrische Übungen (schmerzlindernd)
- Exzentrisches Training (Sehnenheilung)
- Stabilisation von Handgelenk und Ellenbogen
- Integration in sport- oder berufsspezifische Bewegungen
Ziel: Die Sehne wird wieder belastbar, nicht nur schmerzfrei.

Ergonomieberatung und Prävention
- Arbeitsplatzanalyse (Maus, Tastatur, Haltung)
- Anpassung von Werkzeugen und Sporttechnik
- Präventives Übungsprogramm für Zuhause
- Follow-ups zur nachhaltigen Beschwerdefreiheit

FAQ zum Golferarm
Wie lange dauert ein Golferarm?
Unbehandelt oft mehrere Monate. Mit gezielter Therapie meist deutliche Besserung in 6–12 Wochen.
Ist das eine Entzündung?
Meist nicht. Es handelt sich überwiegend um eine Überlastungsreaktion der Sehne.
Darf ich weiter Sport machen?
Ja, aber angepasst. Schmerzfreie oder schmerzarme Belastung ist sogar wichtig.
Hilft eine Bandage?
Ja, bei Belastung. Sie ersetzt aber kein Training.
Warum kommt der Schmerz immer wieder?
Weil oft nur der Schmerz behandelt wird, nicht die Ursache in Technik, Belastung oder Bewegungsmuster.
Kann der Nerv beteiligt sein?
Ja. Der Nervus ulnaris kann ähnliche Symptome verursachen oder verstärken.
Jetzt Termin vereinbaren bei KINEO Physiotherapie
Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens müssen kein Dauerzustand sein.
Mit der richtigen Kombination aus Analyse, manueller Therapie und gezieltem Training bringen wir dich zurück zu einer belastbaren, schmerzfreien Sehne – im Alltag, Beruf und Sport.
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