IMPINGEMENT-SYNDROM DER SCHULTER
ALLGEMEINES ZUM IMPINGEMENT-SYNDROM
Was ist ein Impingement-Syndrom?
Das Impingement-Syndrom der Schulter beschreibt einen Zustand, bei dem Strukturen im Subakromialraum – also zwischen Oberarmkopf und Schulterdach – mechanisch eingeengt werden. Betroffen sind vor allem die Sehnen der Rotatorenmanschette (häufig die Supraspinatussehne) sowie der Schleimbeutel (Bursa subacromialis).
Typisch ist der Schmerz beim Anheben des Arms zwischen 60 und 120 Grad – der sogenannte „painful arc“. In diesem Bewegungsbereich entsteht vermehrte Reibung der Weichteile unter dem Schulterdach. Wiederholt sich diese Kompression über Wochen oder Monate, reagiert das Gewebe mit Entzündung, Schwellung und degenerativen Veränderungen.
Wichtig zu verstehen:
Das Impingement ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Mechanismus, der durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst wird.
Man unterscheidet:
- Primäres Impingement: strukturelle Enge (z. B. knöcherne Veränderungen am Acromion)
- Sekundäres Impingement: funktionelle Ursachen (muskuläre Dysbalancen, Instabilität, Schulterblattdysfunktion)
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung ist meist multifaktoriell:
Anatomische Faktoren
- Hakenförmiges Acromion (Typ III nach Bigliani)
- Arthrotische Veränderungen im AC-Gelenk
- Knochensporne am Schulterdach
- Schulterinstabilität
Funktionelle Faktoren (häufiger!)
- Schwache Rotatorenmanschette
- Verkürzter Pectoralis major & Latissimus dorsi
- Gestörte Schulterblattführung (Scapula Dyskinesis)
- Hochstand des Oberarmkopfes durch muskuläre Dysbalance
- Eingeschränkte Brustwirbelsäulenbeweglichkeit
- Schlechte Haltung mit vorgezogenen Schultern
Belastungsfaktoren
- Überkopfarbeiten (Maler, Pflege, Elektriker)
- Überkopfsportarten (Schwimmen, Tennis, Volleyball, Wurf)
- Alter 40–60 Jahre (degenerative Sehnenveränderungen)
- Frühere Schulterverletzungen
In der Praxis zeigt sich: Meist ist das Problem funktionell – und damit sehr gut behandelbar.
Symptome und typischer Verlauf
Das Impingement entwickelt sich schleichend.
Frühstadium
- Schmerz beim Anheben des Arms (painful arc)
- Schmerzen bei Alltagsbewegungen (Haare waschen, Regal einräumen)
- Nachtschmerz beim Liegen auf der Schulter
Fortschreitend
- Einschränkung der aktiven Beweglichkeit
- Knacken oder Reiben bei Bewegung
- Kraftverlust durch Schonung
Spätstadium
- Chronische Entzündung der Bursa
- Schwächung der Rotatorenmanschette
- Teil- oder Komplettrisse (v. a. Supraspinatus)
- Risiko für Frozen Shoulder
Je länger gewartet wird, desto mehr strukturelle Probleme entstehen.
WAS KANNST DU SELBST TUN?
Akutmaßnahmen bei Schulterschmerzen
- Reduziere schmerzhafte Überkopfbewegungen (keine komplette Ruhigstellung!)
- Kühlung 15–20 Minuten, mehrmals täglich
- Nach Akutphase: Wärme zur Muskelentspannung
- Pendelübungen zur sanften Mobilisation
- Schlaf auf der gesunden Seite, Arm mit Kissen abstützen
Bei Taubheit, Kribbeln oder deutlichem Kraftverlust: fachlich abklären lassen.
Effektive Dehnübungen
- Brustmuskeldehnung im Türrahmen – 3×30 Sek.
- Hintere Kapseldehnung (Arm quer vor Körper) – 3×30 Sek.
- Levator-scapulae-Dehnung – 3×30 Sek./Seite
Täglich, schmerzfrei, besonders nach Bildschirmarbeit.
Gezieltes Kräftigungsprogramm
Ziel: Zentrierung des Oberarmkopfes + stabile Schulterblattbasis
- Außenrotation Theraband – 3×12–15
- Rudern Theraband – 3×12–15
- Y-T-W-Übung in Bauchlage – 3 Durchgänge
Ohne Gewicht starten. Kontrolle vor Intensität.

Haltungskorrektur und Ergonomie
- Aufrechte Wirbelsäule, Schulterblätter „in die Hosentaschen“
- Bildschirm auf Augenhöhe, Ellbogen nah am Körper
- Leiter/Hilfsmittel bei Überkopfarbeiten
- Mikropausen mit Schulterkreisen und Mobilisation
- Nicht auf der betroffenen Schulter schlafen
WAS MACHT DIE PHYSIOTHERAPIE BEI KINEO?
Bei KINEO arbeiten wir nach klaren Werten:
Evidenzbasiert. Individuell. Aktiv. Nachhaltig.
Differenzierte Diagnostik
Wir analysieren:
- Beweglichkeit aktiv & passiv
- Painful Arc, Hawkins-Kennedy, Neer-Test
- Schulterblattmechanik und Haltung
- Rotatorenmanschette und Muskelbalance
- Brustwirbelsäule
- Bei Bedarf Zusammenarbeit mit Ärzten für Bildgebung
Wir behandeln nicht das Symptom, sondern die Ursache der Enge.
Manuelle Therapie und Mobilisation
- Gelenkmobilisation Schulter & AC-Gelenk
- Verbesserung des subakromialen Raums durch gezielte Techniken
- Mobilisation Schulterblatt & BWS
- Myofasziale Techniken für Pectoralis minor, Nacken, Rotatorenmanschette
- Triggerpunktbehandlung
Ziel: sofortige Entlastung und bessere Beweglichkeit.

Moderne Therapiekonzepte und physikalische Maßnahmen
Individuell kombiniert:
- Stoßwelle bei chronischen Sehnenproblemen
- Neuromobilisation bei Nervenirritationen
- Kinesiotaping zur Haltungs- und Muskelunterstützung
- Wärme/Kälte gezielt eingesetzt

Individuelles Übungsprogramm und funktionelles Training
Herzstück der Therapie:
- Progressive Kräftigung der Rotatorenmanschette
- Training der Schulterblattfixatoren (Serratus anterior, Rhomboideen)
- Funktionelle, alltags- und sportnahe Bewegungen
- Propriozeption und motorische Kontrolle
- Schrittweise Steigerung bis zur vollen Belastbarkeit
Du lernst, deine Schulter selbst zu kontrollieren – langfristig.
Alltagsberatung und ergonomische Anpassungen
- Arbeitsplatzanalyse (Stuhl, Tisch, Maus, Bildschirm)
- Anpassung von Werkzeugen und Arbeitsabläufen
- Sportartspezifische Technikberatung
- Integration von Mikropausen
- Beratung zu Kissen, Taschen, Alltagsbelastungen
Therapie endet nicht an der Liege – sie wirkt in deinem Alltag.
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Nachtschmerz in der Schulter?
Gefühl, dass „etwas einklemmt“?
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