SCHMERZEN BEI DER ACHILLESSEHNE
Die Achillessehne verbindet den Wadenmuskel (M. triceps surae) mit dem Calcaneus. Sie ist die stärkste Sehne unseres Körpers – durchschnittlich 20–25 cm lang und bis zu 5 cm dick – und ermöglicht kraftvolle Bewegungen wie Gehen, Laufen und Springen.
Wenn sie schmerzt, fühlt sich plötzlich jeder Schritt anders an. Achillessehnenschmerzen sind selten „nur kurz da“. Häufig steckt eine Über- oder Fehlbelastung dahinter, die sich über Wochen oder Monate aufgebaut hat.
Unterschiedliche Begriffe – was bedeuten sie?
Rund um Achillessehnenbeschwerden tauchen viele Begriffe auf. Hier die klare Einordnung:
Achillodynie
Sammelbegriff für alle Beschwerden an der Achillessehne.
Tendinopathie (Tendinose)
Nicht-entzündliche, degenerative Sehnenerkrankung durch Überlastung oder Verschleiss.
Typische Beispiele sind:
- Achillestendinopathie
- Plantarfasziitis
- Tennis- oder Golferellenbogen
Kann sich bei anhaltender Reizung zu einer Entzündung entwickeln.
Tendinitis
Entzündliche Sehnenerkrankung. Schmerzen bestehen auch in Ruhe, oft mit Schwellung und Druckempfindlichkeit.
Sehnenruptur
Teilweiser oder kompletter Riss der Sehne – meist bei plötzlicher Belastung, fast immer mit vorheriger degenerativer Vorschädigung.
Typische Symptome je nach Verletzungsform
Achillestendinopathie (sehr häufig bei Läufern)
- Anlaufschmerz am Morgen
- Schmerzen während Belastung
- Häufig am Sehnenansatz über dem Fersenbein
- Chronisch: Steifigkeit, Vernarbung, Schmerzen im mittleren Sehnendrittel
- Erhöhtes Risiko für Ruptur bei Nichtbehandlung
Achillessehnenriss
- Schlagartiger, stechender Schmerz in der Wade
- Zehenstand kaum möglich
- Meist 2–6 cm oberhalb des Fersenbeinansatzes
Achillessehnenentzündung (Tendinitis)
- Schmerz auch in Ruhe
- Schwellung, Druckempfindlichkeit
- Klassische Entzündungszeichen
Häufige Ursachen für Achillessehnenschmerzen
Meist ist es nicht „ein Moment“, sondern eine Entwicklung:
- Zu schnelle Trainingssteigerung (Umfang/Intensität)
- Viel Laufen oder Ballsport
- Ungeeignete Schuhe
- Fuss- oder Beinachsenfehlstellungen
- Muskuläre Dysbalancen
Was du selbst tun kannst
Wenn du Schmerzen über dem Fersenbein oder in der Wade spürst, lohnt sich ein ehrlicher Blick:
- Habe ich mein Trainingspensum stark erhöht?
- Trage ich passende Schuhe?
- Gibt es Fehlstellungen oder Dysbalancen?
Trainingspensum anpassen
Steigere dein Training maximal um 10 % pro Woche. Nutze Crosstraining wie Schwimmen, Radfahren, Rudern oder Krafttraining.
Schuhe, Einlagen, Bandagen
Gute Schuhe sind entscheidend. Beratung bekommst du im
KINEO Runners Lab.
Einlagen können unterstützen, Bandagen kurzfristig entlasten.
Fehlstellungen erkennen
Eine Laufanalyse zeigt, wo Fehlbelastungen entstehen und wie du sie korrigieren kannst. Auch die kannst du bei uns im KINEO Runners Lab buchen.
Kälte, Wärme und Entzündung
Bei akuter Entzündung:
- Kühlen
- Belastung reduzieren
- Pflanzliche Mittel wie Arnika oder Menthol können unterstützen
Bei chronischen Beschwerden:
- Wärme kann die Durchblutung fördern
Training bei Achillessehnenschmerzen
Zur Prävention und Therapie sind gezielte Übungen entscheidend.
Exzentrisches Wadentraining (bei Tendinopathie, nicht bei akuter Entzündung)
- Vorfuss auf Stufe, Ferse absenken
- 15 Wiederholungen
Wadendehnung („Wall Lean“)
- Ausfallschritt zur Wand
- Dehnung im hinteren Unterschenkel halten
Wichtig: Bei akuter Tendinitis kein exzentrisches Training – nur sanfte Dehnungen.
Wie KINEO Physiotherapie dich unterstützt
Bei hartnäckigen oder chronischen Beschwerden ist professionelle Begleitung sinnvoll.
Bei Achillessehnenriss (konservativ)
- Frühzeitige Physiotherapie nach PECH-Regel
- Ruhigstellung initial
- Manuelle Techniken, Lymphdrainage
- Später: progressive Kräftigung, Mobilisation, Sensomotorik
Bei Achillessehnenentzündung oder Tendinopathie
Unsere Therapie kann beinhalten:
- Stosswelle
- Dry Needling
- Triggerpunkttherapie
- Kinesio-Taping
- Manuelle Therapie
Ziel ist immer:
Wiederherstellung der Beweglichkeit, Elastizität und Belastbarkeit.
Ergänzend:
- Medizinische Trainingstherapie (MTT) in Thalwil, Escher Wyss und Wipkingen
- Training am SensoPro an allen Standorten
- Individuelles Heimprogramm
Sehnen brauchen Zeit. Aber mit der richtigen Belastungssteuerung, Geduld und gezielter Therapie kann sich die Achillessehne erstaunlich gut regenerieren.
FAQ – Achillessehnenschmerzen
1. Warum dauert die Heilung der Achillessehne so lange?
Sehnen sind schlechter durchblutet als Muskeln. Heilung braucht deshalb deutlich mehr Zeit und eine gezielte Belastungssteuerung.
2. Soll ich bei Schmerzen komplett pausieren?
Nicht unbedingt. Angepasste, schmerzfreie Bewegung ist meist besser als komplette Ruhe.
3. Hilft Dehnen wirklich?
Ja – vor allem bei Spannungsproblemen der Wadenmuskulatur. Bei Entzündung jedoch nur sanft.
4. Sind Einlagen sinnvoll?
Bei Fehlstellungen ja, aber sie ersetzen kein aktives Training.
5. Wann sollte ich zur Physiotherapie?
Wenn Beschwerden länger als 1–2 Wochen bestehen, immer wiederkehren oder dein Gangbild sich verändert.




